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Kamptal

Der Kamp, der
Gekrümmte (aus dem keltischen „camp“), mit etwa 153 km Länge der größte
Waldviertler Fluss, hat dem Weinbaugebiet seinen Namen gegeben. Genau
209 Krümmungen prägen seinen Lauf, bevor er zusammen mit der Krems in
die Donau mündet. Das Tal des Kamp
liegt, vom Mündungsgebiet abgesehen (Schwemmland), zur Gänze im Granit-
bzw. Gneishochland der Böhmischen Masse. In seinem Unterlauf freilich
erreicht der Kamp eine andere Klima- und Vegitationszone. Er tritt ein
in das Reich des warmen und trockenen pannonischen Klimas. Kleine
Lößschluchten, Lößgräben und Lössterassen prägen das Landschaftsbild.
Seitens des Klimas ist auch die extreme Niederschlagsarmut (300-400
Millimeter) im Gebiet Langenlois zu erwähnen.
Wie kam der Wein ins
Kamptal?
Der römische Kaiser
Probus bricht das Monopol der italienischen Händler auf, welche die
Legionen mit Wein versorgten. Der Weinstock darf nun auch an
der Donau
und damit auch im Kamptal gepflanzt werden. Es weisen jedoch
urgeschichtliche Hinweise darauf hin, dass einige Jahrhunderte vor den
Römern auch von den Kelten dort Wein angepflanzt wurde. In der
Völker-wanderungszeit verkommen die meisten Weinkulturen. Erst ab dem
9.
Jhdt. führen bayrische Klöster die alte Kulturpflanze wieder ein.
In der Weinstrasse
Kamptal werden von den Winzern ihre Produkte auch unter den
Bezeichnungen „Casino Gobelsburg“, „Kamptal-Klassik“, „Zöbinger
Steinjuwel“ und „Schönberger Stoamandl“ vermarktet. Als bodenständige
Rebsorten sind dort der Grüne Veltliner und der Riesling hervorzuheben,
welche unverkennbar das Terrain dieses Gebietes widerspiegeln. Die
Anbaufläche ist ca. 4.400 ha, zum Vergleich in der Wachau ca. 1.350 ha.
Langenlois ist Österreichs größte Weinstadt.
Zu
den bekanntesten Weinbergen Österreichs zählt im Kamptal der „Heiligenstein“ in
Zöbing
Um
das Jahr 1070 wurde dem Stift Göttweig von Bischof Altmann von Passau der
Weinzehent Chremisa (Krems) und Liubisa (Langenlois) und auch Chamba
(Kammern) geschenkt, sodass man annehmen kann, dass damals auch in
Zöbing Wein angebaut und gekeltert wurde. Erste urkundliche Nennung von
Zöbing als „Ebingin“ um 1103 in Göttweiger Urkunde.
Zöbing ist heute Katastralgemeinde der Stadt Langenlois.
Der bekannteste Zöbinger ist wohl der „Heiligensteiner“ Riesling, der
den wärmespeichernden Sandstein des Berges (ein Ausläufer des
Manhartsberges) seinen einmaligen Duft, seine Güte und seine
Lagerfähigkeit verdankt.
Der „Heiligensteiner“ Riesling hat Weltruf erlangt. Der Hausberg der
Zöbinger wird durch die weitaus sichtbare Kamptalwarte gekrönt (erbaut
um 1887).
Zöbing hat eine Weinanbaufläche von ca. 250 ha mit Top-Lagen:

Koglberg Leithen Wechselberg Stein Ortsried Ringerin
Lauser Haid
Steinwand-Kleeblatt Fahnbach-Aufeld
Heiligenstein Letten Lamm Grub
z.T. Gaisberg Wolfschlägerin.
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